Ein unheimlich starker Abgang.
Zweiundfünfzig Jahre lang hat Joe Biden seinen USA gedient. Als Senator für Delaware, ein Jahr, nachdem Willy Brandt zum Bundeskanzler wiedergewählt worden war. Joe Biden war Zeit seiner aktiven politischen Zeit ein Freund der Europäisierung Europas. Er blieb der gewerkschaftlich orientierten Tradition der Demokraten verpflichtet. Immerfort hielt er fest an dem, was er die `possibilities´ nannte: Politik habe die Aufgabe, die Möglichkeiten real werden zu lassen. In jedem Individuum sei das Gute. Es kann entdeckt und entfaltet werden. Darin liegt die `Seele der Vereinigten Staaten´. In seiner letzten Rede knüpfte der Präsident an Präsident Eisenhowers an: Der „hat vor den Gefahren eines militärisch-industriellen Komplexes gewarnt. Ich (Joe Biden nämlich) bin ähnlich besorgt über den Aufstieg eines technisch-industriellen Komplexes, der eine echte Gefahr für unser Land darstellen kann. … Heute entsteht in Amerika eine Oligarchie von extremem Reichtum, Macht und Einfluss, die buchstäblich unsere ganze Demokratie bedroht“. Und: „Die Amerikaner werden unter einer Lawine von Fehl- und Desinformation begraben, was Machtmissbrauch ermöglicht.“
Noch haben wir Europäer es in der Hand, diesem Missbrauch Grenzen zu setzen. Deshalb braucht Europa ein starkes Deutschland, das die Möglichkeiten der Demokratie zu mehr Freiheit, zu mehr Gerechtigkeit, zu mehr Solidarität Wirklichkeit werden lässt. Deshalb muss Olaf Scholz Kanzler bleiben.
Gert Weisskirchen
